Sonja Hartl

Eingefrorene Erinnerungen

Lange Zeit fehlen ihr die Worte für das, was passiert ist: Adelaïde Bon erzählt in ihrem autobiografischen Roman „Das Mädchen auf dem Eisfeld“ von sexuellem Missbrauch in ihrer Kindheit und von einer langen Suche nach sich selbst.

Das Buch setzt ein, nachdem es passiert ist. Was genau, kann die Neunjährige nicht sagen, sie hat kein Wort dafür. Ihre Eltern bemerken, dass etwas nicht stimmt, sie gehen mit ihr zur Polizei, erstatten Anzeigen wegen „unsittlicher Berührungen“. Aber das Mädchen „spürt nicht die Quallen, die sich an jenem Tag in ihr einnisten, die langen, durchsichtigen Tentakel, die in sie eindringen, sie weiß nicht, dass diese Tentakel sie nach und nach in eine Geschichte hineinziehen werden, die nicht ihre Geschichte, die sie nicht betrifft“.

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© 2019 Sonja Hartl

Thema von Anders Norén